Geschlechtsdysphorie bei Kindern
Im Hinblick auf die Begleitung und Betreuung von Personen, insbesondere von Jugendlichen, die ihre Geschlechtsidentität hinterfragen, beobachtet man seit etwa zehn Jahren eine Entwicklung hin zu einer automatischen „Bestätigung“ der Selbstsicht des Individuums als Transsexueller. Neben der sozialen Transition kann dies rasch zur Verabreichung von Wachstumsblockern und Hormonen des anderen Geschlechts führen und häufig in besonders invasiven chirurgischen Eingriffen enden (Entfernung der Brüste, der Hoden, der Gebärmutter, Brustimplantate usw.).
Dieser Ansatz steht im Gegensatz zu den explorativen Psychotherapien, die auch als „Therapien des wachsamen Abwartens“ bezeichnet werden und darin bestehen, dem Kind eine psychotherapeutische Begleitung anzubieten, die manchmal über mehrere Jahre andauert und ihm hilft, die Ursachen seines Unwohlseins zu entdecken, ohne jedoch die Möglichkeit auszuschliessen, danach auf einen medizinischen Eingriff zurückzugreifen. Diese Begleitung erkennt den Entwicklungswandel als festen Bestandteil von Kindheit und Jugend an. Sie berücksichtigt auch, dass sich etwa 80%* der Kinder mit GD nach der Jugend mit ihrem biologischen Geschlecht versöhnen.
Quellen:
Ristori, J., & Steensma, T. D. (2016). Gender dysphoria in childhood. International Review of Psychiatry, 28(1), 13‑20. https://doi.org/10.1080/09540261.2015.1115754
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