Schweiz: Verbot sogenannter „Gender-Behandlungen“ für Minderjährige?
Zürich fordert nationale Regeln für „Geschlechtsumwandlungs“-Operationen bei Minderjährigen
Nachdem sie von Zürcher Eltern von Kindern, die sich als dem anderen Geschlecht zugehörig bezeichnen – in Kontakt mit der AUFG –, brieflich kontaktiert worden war, in dem diese summarische Anamnesen, die Einseitigkeit und Radikalität der propagierten Behandlungen sowie das Fehlen jeglicher Anhörung ihres Standpunkts anprangerten, forderte Nathalie Rickli, die für das Gesundheitswesen zuständige Zürcher Regierungsrätin, einen Bericht sowie ein Rechtsgutachten zur Frage der Medizinalisierung von Minderjährigen, die ihre Geschlechtsidentität hinterfragen.
Die Gesundheitsdirektion hat ihre Schlussfolgerungen per Videokonferenz vorgestellt.
„In den letzten Jahren hat der Kanton Zürich eine Zunahme der Geschlechtsumwandlungsoperationen bei Minderjährigen erlebt. Die Gesundheitsdirektion hat die erbrachte Versorgung eingehend überprüft, Massnahmen ergriffen und neue Qualitätsstandards eingeführt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einrichtung eines interdisziplinären Indikationsgremiums und einer wissenschaftlichen Begleitung, um das langfristige Wohlergehen der Betroffenen zu gewährleisten. Die Gesundheitsdirektion fordert den Bund auf, nationale gesetzliche Regeln zum Schutz von Minderjährigen vor irreversiblen Eingriffen zu schaffen.“
Empfehlungen des Zürcher Berichts:
Auf Bundesebene: 1. Prüfung eines Verbots irreversibler Geschlechtsumwandlungsoperationen bei Minderjährigen 2. Abgabe von Pubertätsblockern nur im Rahmen von Studien.
Die gegengeschlechtlichen Hormonbehandlungen werden dort merkwürdigerweise nicht erwähnt. Der vollständige Bericht wurde nicht veröffentlicht, aber die Medienmitteilung enthält die PowerPoint-Präsentation des Berichts sowie das Rechtsgutachten, das sich auf den sehr detaillierten Cass-Bericht aus Grossbritannien sowie auf Schweden und Finnland bezieht, alle drei Länder, die heute jede sogenannte „Gender“-Behandlung von Minderjährigen sehr streng regeln oder verbieten.
Zunahme der Brustamputationen bei Minderjährigen in der Schweiz
Im Zuge des Zürcher Entscheids hat die SVP angekündigt, auf Bundesebene aktiv werden und ein Verbot jeglicher „Geschlechtsumwandlungs“-Chirurgie für unter 18-Jährige vorschlagen zu wollen. Seit 2018 unterziehen sich immer mehr junge Frauen, darunter Mädchen unter 15 Jahren, Brustamputationen in der Schweiz, um wie Jungen auszusehen. Das Bundesamt für Statistik hat die Zahlen für 2023 nicht veröffentlicht, sie aber der AUFG übermittelt: Zwischen 1 und 4 Minderjährige unter 15 Jahren, 30 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren und 136 Mädchen im Alter von 18 bis 24 Jahren unterzogen sich einer Brustentfernung.
Debatte auf den Wellen der RTS
Eingeladen bei „La Première“, um über den Zürcher Vorschlag zu debattieren, erneuerte der Kinderarzt Daniel Halpérin seine Warnung. 2024 hatte der ehemalige Privatdozent der UNIGE zusammen mit den Drs. Jacques de Haller, ehemaliger Präsident der FMH, und Nicole Pellaux, ehemalige Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, einen Aufruf zur Vorsicht unterzeichnet, der die Empfehlungen des Dachverbands der europäischen Pädiatriegesellschaften ESCAP aufgriff.
Viele unbeantwortete Fragen
Die AUFG begrüsst zwar das Zürcher Problembewusstsein, das endlich die Leichtfertigkeit berücksichtigt, mit der experimentelle und radikale Behandlungen an Minderjährigen und vulnerablen jungen Menschen durchgeführt werden, bedauert jedoch, dass die meisten Fragen der Eltern an die Regierungsrätin unbeantwortet geblieben sind. Die AUFG wird demnächst zu diesem Thema kommunizieren.
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