PRESSEMITTEILUNG

Geschlechtsangleichende Operationen: Schweizer Krankenhäuser operieren immer mehr Minderjährige

In Europa, wie auch in den Vereinigten Staaten, wütet die Debatte über „geschlechtsangleichende Behandlungen“ für Jugendliche, und die Kontroversen können nicht länger umgangen werden. Die Positionen sind polarisiert zwischen jenen, die eine uneingeschränkte Selbstbestimmung befürworten, und jenen, die der Meinung sind, dass Jugendliche vor irreversiblen Handlungen geschützt werden müssen, die in einem Stadium der Unreife getroffen werden. Studien und Zahlen werden von beiden Seiten veröffentlicht, um diese Argumente zu untermauern.

Wie ist die Situation in der Schweiz? Auch wenn es schwierig ist, ein genaues Bild vom Ausmaß der ambulant durchgeführten Hormonbehandlungen zu erhalten, sind die Daten zu „geschlechtsangleichenden Operationen“ öffentlich. AUFG hat die aktuellste Krankenhausstatistik beim Bundesamt für Statistik angefordert und erhalten.

Dabei zeigt sich, dass entgegen einer häufig verbreiteten Darstellung Minderjährige und sogar Kinder betroffen sind. Zwischen 2018 und 2021 unterzogen sich 10 prä-adoleszente Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren und 58 junge Frauen zwischen 14 und 18 Jahren einer „Torsoplastik“, einem Euphemismus für eine bilaterale Mastektomie, um eine „maskulinisierte“ Brust zu schaffen. In der Kategorie der unter 25-Jährigen stieg die Zahl der Mastektomien in den letzten sechs erfassten Jahren um über 11.000 %. Es ist zu beachten, dass diese Statistiken weder ambulante Behandlungen noch Operationen in Privatkliniken umfassen.

Schweizer Krankenhäuser, die junge Menschen mit „Geschlechtsdysphorie“ aufnehmen – also Leidensdruck aufgrund des Gefühls der Nichtübereinstimmung mit dem eigenen Geschlecht –, folgen zumeist dem sogenannten „geschlechtsbejahenden“ Behandlungsansatz, der von Ärzten und Aktivisten gemeinsam in unseren medizinischen Fachzeitschriften propagiert wird und der darauf basiert, die Selbstbestimmung zu unterstützen und den sozialen Übergang (Änderung des Vornamens und des Pronomens) sowie die von den Patienten in immer jüngerem Alter geforderten hormonellen und chirurgischen Behandlungen vorbehaltlos zu bestätigen. Überall setzen sich Trans-Aktivisten dafür ein, die Geschlechtsdysphorie zu entpathologisieren: Junge Menschen aus der ganzen Schweiz erhalten jetzt in nur wenigen Sitzungen ein Zertifikat, das die Diagnose F64-Geschlechtsdysphorie bestätigt und die Fähigkeit zur Unterscheidung bescheinigt, um eine Mastektomie durchführen zu lassen.

Die Zahlen des OFS (siehe Anhang) zeigen einen allgemeinen Boom bei der Anzahl von Mädchen zwischen 10 und 24 Jahren, die sich einer „Transformation von Frau zu Mann“ unterziehen, sei es eine Mastektomie, die Entfernung der Gebärmutter oder der Eierstöcke oder die Konstruktion eines Neophallus. Dies spiegelt die in den letzten zehn Jahren im Westen beobachtete Explosion der Zahl von Jugendlichen, meist Mädchen, wider, die wegen Geschlechtsdysphorie ärztliche Hilfe suchen. Geschlechtsanpassungssoperationen von Mann zu Frau – vor allem Penisamputationen, Kastrationen und Neovagina-Konstruktionen – haben auch bei unter 25-Jährigen erheblich zugenommen, während sie vor 6 Jahren noch vereinzelt vorkamen. Unter den Neuzugängen befinden sich drei Minderjährige, denen der Penis amputiert wurde.

Hinter diesem plötzlichen Anstieg vermuten viele Experten einen „Werther-Effekt“ oder eine „soziale Ansteckung“, die sich insbesondere über soziale Medien ausbreitet, wo die Namen von „Spezialisten für Geschlechtsangleichung“ unter Jugendlichen kursieren, die eine Geschlechtsumwandlung anstreben. Eine Schweizer Chirurgin, die sich auf diese maskulinisierenden Mastektomien spezialisiert hat, erlangte sogar internationale Bekanntheit; einige Videos junger Patientinnen, die sie empfehlen, wurden auf TikTok über eine Million Mal aufgerufen (siehe beigefügten Bericht). Die spezialisierten Abteilungen der Krankenhäuser in Zug und Zürich werden für ihre Expertise im Bereich der Geschlechtsumwandlungschirurgie gelobt.

Die Tatsache, dass in der Schweiz Kinder eine Brustamputation erleiden können, sollte den Bundesrat und unsere gewählten Vertreter alarmieren. Mehrere europäische Länder haben kürzlich eine Kehrtwende vollzogen, bremsen oder regulieren streng die geschlechtsbejahenden Behandlungen bei Minderjährigen, mit der Begründung unzureichender Nachweise für den Nutzen, nachgewiesener Risiken und einer Zunahme von Detransitionsfällen. Dort wird nun ein ganzheitlicher therapeutischer Ansatz für Jugendliche bevorzugt.

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sollte keiner Politisierung oder Instrumentalisierung unterliegen. AUFG bekräftigt ihren von über 750 Personen unterzeichneten Aufruf zur Einhaltung des Vorsorgeprinzips. Sie fordert, dass die Risiken geschlechtsbejahender Behandlungen im Rahmen eines ordnungsgemäß durchgeführten Aufklärungsprozesses bewertet werden. Ihre Elemente – die Vorstellung alternativer Behandlungen, die vollständige Offenlegung bekannter und unbekannter Risiken, die umfassende Bewertung des Patienten unter Berücksichtigung häufiger psychischer Komorbiditäten in diesem Fall – müssen so vermittelt werden, dass das Verständnis des jungen Patienten gefördert wird, unter Berücksichtigung „der Schwierigkeit von Kindern und Jugendlichen, die Folgen von Entscheidungen für ihre Zukunft abzuschätzen“ (SAMW – Richtlinien zur Urteilsfähigkeit).

Der Vorstand der Vereinigung für einen ausgewogenen Umgang mit Geschlechterfragen bei Jugendlichen

Pressekontakt: info@amqg.ch

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